Tag: Mittelschule

13Mai
GemeindepolitikSchule

Einmal um die ganze Welt…

„Unsere Mittelschule liegt direkt an einem Radweg und niemand fährt mit dem Rad in die Schule. Warum ist das so?“

Als ich unserem Mittelschuldirektor Rudi Raberger diese Frage im Herbst 2012 stellte, wussten wir beide keine Antwort darauf. Es war tatsächlich so. Der Laabental-Radweg führte direkt an der Schule vorbei, vor dem Gebäude gab es eine große Fahrradgarage, die an den meisten Tagen völlig leer stand, wenns hoch herging, kamen gelegentlich zwei oder drei Schüler/innen mit dem Rad in die Schule, obwohl der Radweg in alle drei Gemeinden führt, aus denen die Schüler/innen kommen.

Es folgten ein paar Monate des Nachdenkens. Ideen wurde geboren und wieder verworfen, es war nie das Richtige dabei. Eines Tages stießen wir auf eine Aktion mit dem Namen „Bikeline“, die offenbar im Burgenland von einem Freiwilligen erdacht worden war. Das Konzept ist: Entlang der wichtigsten Zufahrtsrouten zu einem Ziel (in diesem Fall die Schule) werden „Bikeline-Stationen“ errichtet. Eigentlich nur ein Schild mit einer Uhrzeit drauf. Um diese Uhrzeit treffen sich die Radler dort und fahren gemeinsam los. Bei jeder Station werden es mehr, die Routen enden bei der Schule. Diese Gemeinsamkeit schafft mehr Motivation und mehr Verbindlichkeit.

Im Frühjahr 2o13 starteten wir mit dem Projekt. Alle Teilnehmer/innen registrieren sich und bekommen einen Chip, der am Helm angebracht wird. Durch die Registrierung weiß man, wo die Teilnehmer wohnen, in der Schule checken Sie an einem Terminal ein, das System weiß also immer, wer wie oft gefahren ist. Daraus lassen sich Fahrtanzahl, Kilometerleistung und auch Höhenmeter errechnen. Online kann jeder selbst nachschauen, wie er im Vergleich mit Mitschülern oder anderen Schulen liegt.

Im Vorjahr stand die Aktion vor dem Aus. Kein Geld, keine Förderungen, wenig Publicity. Gemeinsam mit einigen engagierten Direktoren und dem Gründer der Aktion gelang im letzten Moment der Relaunch. Unsere Schule war daran sehr intensiv helfend beteiligt.

Mehr als 46.000 Kilometer in vier Jahren

Heute freuen wir uns darüber, dass wir ins fünfte Jahr starten. Ein paar Zahlen geben einen guten Eindruck, worüber wir da reden. Mehr als 46.000 Kilometer wurden in den letzten vier Jahren im Rahmen dieser Aktion nur von unseren Schüler/innen mit dem Rad zurückgelegt. Das ist mehr als einmal um die ganze Welt. Dabei wurden mehr als 600.000 Höhenmeter überwunden, fast 6.000 Einzelfahrten. Eine ganze Schulgeneration hat das Programm inzwischen durchlaufen, manche waren von der ersten bis zur vierten Klasse jedes Jahr dabei.

Die Kosten sind gering. Wir geben pro Jahr rund 2.000 Euro aus, drei Gemeinden zusammen. Da sind aber die Chips, die Software und die kleinen Preise, die es zwischendurch zur Motivation gibt, schon drinnen. Pro Saison (Frühjahr, Herbst) verlosen wir unter den besten Teilnehmern ein neues Rad. Die größte Motivation ist aber die Pizzaeinladung für die ganze Klasse, wenn bestimmte Ziele erreicht werden.

1967 hat Karel Gott das Lied „Einmal um die ganze Welt….und die Taschen voller Geld“ gesungen. Den ersten Teil haben wir mit dieser Aktion inzwischen erreicht. Am zweiten Teil werden wir scheitern, aber das ist wurscht.

Bernd Kasper / pixelio.de
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