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16Feb
Flucht

With a little help from my friends

Beiträge wie dieser beginnen oft mit den Worten “Ich habe lange überlegt, ob ich das schreiben soll…”. Das klingt nach einer Floskel und ist nicht besonders originell, manchmal stimmts aber. Mir ging’s auch so. Ich habe deshalb lange überlegt, weil ich keine inhaltliche Diskussion führen will, sondern nur jene Menschen um Hilfe bitte, die das auch wollen. Wer nicht will, kein Problem. Aber führt bitte keine Debatte mit mir darüber, wieso und warum.

Das ist auch keine PR-Aktion für mich oder jemand anderen.

Also.

In meiner Nachbargemeinde sind seit Jahren Menschen untergebracht, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind und in Österreich um Asyl angesucht haben. Es handelt sich dabei ungefähr um 40 Menschen, die aus verschiedenen Krisenherden der Welt kommen. Derzeit wohnen in diesem Gasthaus vorwiegend junge Männer aus Afghanistan, Somalia, Erithrea, Tschetschenien und Syrien. Die Fluktuation ist hoch, immer wieder werden Anträge abgewiesen oder genehmigt, dann ziehen die Männer aus und gehen ihren Weg weiter, in welche Richtung auch immer.

Seit ungefähr zwei Jahren gibt es eine Gruppe von Menschen, die sich bemüht, den Flüchtlingen zu helfen. Das geschieht in unterschiedlichen Bereichen. Eine pensionierte Lehrerin unterrichtet sie in Deutsch, es gibt Besuchsnachmittage, manchmal auch gemeinsame Aktivitäten. Ich bin dazu gekommen, weil ich diesen (jungen) Männern eine Möglichkeit bieten konnte, Fußball zu spielen. Das klingt trivial, hat sich aber als wichtig herausgestellt. Es führt zu Problemen, wenn Menschen keine Beschäftigung haben und den ganzen Tag nur herumsitzen müssen. Bei entsprechender Witterung ist es für die Burschen eine gute Sache, wenn sie jeden Nachmittag ein paar Stunden kicken können.

Das war die kleine Vorgeschichte, ich will nicht zu sehr ins Detail gehen. Wer mehr wissen will, wird fragen.

Ich möchte euch um Hilfe bitten, weil es einen großen Bedarf an verschiedenen Dingen gibt. Das sind zum einen Sachen, die von den Männern direkt gebraucht werden. Zum anderen sind es Dinge, die in der Pension, in der sie wohnen, oft nicht (mehr) vorhanden sind. Ich halte es für wahnsinnig schwierig, dass man einem Menschen für 19 Euro pro Tag Unterkunft und drei Mahlzeiten zur Verfügung stellen soll. Da gehen sich manche Kleinigkeiten nicht mehr so gut aus. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass fast jeder irgendwas von den Sachen daheim herumliegen hat, die ich hier nenne. Schaut einmal eure Kästen und Schränke durch und gebt jene 5 T-Shirts her, die ihr in den letzten Monaten nicht angezogen habt. Nur so als Beispiel.

Gebraucht werden folgende Dinge und zwar immer nur für Männer:

Pullover/Sweat-Shirts
T-Shirts
Hemden
Hosen
Socken
Halbschuhe
Winterschuhe
Sportschuhe
Badeschlapfen
Handtücher
Badetücher
Übergangs/Regenjacken
Winterjacken oder -mäntel
Mützen/Hauben
Schals/Tücher
Hygieneartikel aller Art (Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife, Duschgels, etc.)
Fußbälle

für die Ausstattung der Unterkunft:

kleine Teppiche
Überzüge für Bettwäsche
Bettwäsche (Pölster, Tuchent)
kleine Lampen (Nachttischlampen)
kleine Regale zur Montage an der Wand
Matratzen
zum Teil auch Kleinmöbel für jene, deren Anträge genehmigt werden und die eine Erstausstattung für ein Zimmer brauchen

Wir haben in unserer Gemeinde ein kleines Lager, eine Art Kleiderkammer, eingerichtet, in der wir die Dinge sammeln, sortieren, aufbewahren und nach Bedarf ausgeben. Falls ihr Dinge habt, die hier nicht genannt wurden, bitte sagen. Vielleicht hab ich was vergessen, das auch gebraucht wird.

Ich bitte euch darum, folgende Dinge zu beachten: 

Die Dinge sollten in halbwegs gutem Zustand und gewaschen sein. Wenn möglich auch in einem Sackerl oder einer Schachtel, damit ich sie transportieren kann. Abgabestelle wäre untertags im 1. Bezirk bei mir im Büro des Gemeindebundes in der Löwelstraße 6 (2. Stock) möglich. Ich bitte euch um kurze Ankündigung per DM oder an daniel.kosak@gmail.com, wenn ihr Sachen vorbei bringen wollt. Ich werde diesen Eintrag immer wieder mal posten, weil es mit einmaliger Hilfe ja nicht getan ist. Die Menschen kommen und gehen. Und jene, die gehen, nehmen ihr Gewand natürlich mit. Der Bedarf wird also immer wieder vorhanden sein.

Wie bereits erwähnt: Ich möchte hier keine Debatte über Sinn und Unsinn im Asylwesen führen, in diesem Zusammenhang interessiert mich das nicht. Diese Leute brauchen Hilfe. Um das System zu ändern, bemüht bitte andere Kanäle. 

Vielen Dank für Eure Hilfe.